Blogposts, die ich für LearningCulture geschrieben habe. Einer zum schulischen Systemwechsel von Deutschland in die Schweiz und einer als Interview im Rahmen der Eröffnung unserer damals neuen Privatschule in Zürich.
Der Wechsel vom Deutschen ins Schweizerische Schulsystem
Ein Blog für LearningCulture
Was sind Grundlegende Unterschiede zum deutschen Schulsystem?
Zwischen dem schweizerischen und dem deutschen Schulsystem gibt es einige grundlegende Unterschiede. Einer der auffälligsten ist das Schweizer Aufnahmeverfahren. Im Gegensatz zu Deutschland müssen Schülerinnen und Schüler in der Schweiz in einigen Kantonen eine Zentrale Aufnahmeprüfung (ZAP) ablegen: die ZAP1 für das Langgymnasium, die ZAP2 für das Kurzgymnasium oder eine Handelsmittelschule und die ZAP3 für die Fachmittelschule und eine Berufsmaturitätsschule. Sie haben eine Probezeit von einem Semester zu durchlaufen. Etwa 10 % der Schülerinnen und Schüler bestehen diese nicht.
Ein weiterer Unterschied liegt in der akademischen Qualifikation. In der Schweiz ermöglicht eine genügende Endnote an der Matur (ein Durchschnitt von 4,0 im Zeugnis) den Zugang zu jedem Studium an jeder Universität oder ETH im Land, mit Ausnahme der Studienrichtung Medizin, für die zusätzlich eine Eignungsprüfung abgelegt werden muss. Im Gegensatz dazu können in Deutschland bekanntlich nicht alle Abiturient/innen jedes gewünschte Studium aufnehmen.
Auch im Hinblick auf die Sprachausbildung gibt es Anforderungen, die bei einem Umzug berücksichtigt werden sollten. In der deutschsprachigen Schweiz ist Französisch ein obligatorisches Fach (zweite Landessprache) und wird meist ab der 5. Primarklasse unterrichtet. Dies kann insbesondere für deutschsprachige Zuzüger eine Herausforderung darstellen, da Französisch in Deutschland nicht als Pflichtfach behandelt wird und viele somit noch keine Vorkenntnisse haben. Am Langgymnasium wird in den ersten beiden Jahren zusätzlich zu Deutsch und Französisch auch Englisch und Latein unterrichtet.
Beim Besuch eines Schweizer Gymnasiums entscheiden sich die Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse für ein Maturitätsprofil. Die Zürcher Gymnasien bieten fünf Profile an: neusprachlich, altsprachlich, wirtschaft-rechtlich, mathematisch-naturwissenschaftlich und musisch. Jedes Profil ermöglicht die Auswahl von bestimmten Schwerpunktfächern und somit das Verfolgen gewisser Vorlieben. Im letzten Gymi-Jahr wählen die Schülerinnen und Schüler zudem ein Ergänzungsfach, wodurch sie einen zusätzlichen Akzent in ihrer Ausbildung setzen können. Die Abwahl von Grundlagenfächern ist aber nicht möglich.
Einen weiteren Unterschied gibt es beim Übergang von der Sekundarstufe zur Berufsausbildung. In der Schweiz können Schülerinnen und Schüler nach der 3. Sekundarstufe die Berufsmaturitätsschule (BMS) machen – eine Kombination aus Berufslehre und Berufsmittelschule. Nach Abschluss der Lehre ermöglicht die BMS den Zugang zu einer Fachhochschule. Hier unterscheidet man noch zwei Typen: Die BM1 und die BM2. Erstere wird parallel zur Lehre absolviert und letztere nach Abschluss der Lehre. Mit einem einjährigen Vollzeit-Bildungsgang und einer zusätzlichen Ergänzungsprüfung (Passerelle), können sich alle mit Berufs- oder Fachmaturität auch den Zugang zur ETH oder der Universität verschaffen.
Alle Infos zur BMS finden Sie in unseren Blogs Die BMS-Fachrichtungen im Überblick und Leitfaden zur BMS-Aufnahmeprüfung 2024.
In Deutschland hingegen gibt es eine striktere Trennung zwischen Lehre und Gymnasium und es ist nicht üblich, nach dem Abitur noch eine Berufsausbildung zu absolvieren. Dies wird in der Schweiz dank der BMS sehr selten gemacht.
In der Schweiz ist es zudem möglich, nach dem Erwerb der Matura und einem halben Jahr Praktikum prüfungsfrei eine Fachhochschule nach freier Wahl zu besuchen.
Bei LearningCulture ist zudem die Sek 3+ möglich. Eine Privatschule, welche die 3. Sekundarstufe A mit integrierter Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung im März bietet.
Hier geht’s zum gesamten Blog “Der Schulsystem-Wechsel” (png).
Ein Schülerinterview zur Sek 3+
mit Jack
Ein Blog für LearningCulture
Hast du noch einen Ratschlag im Kopf, den dir eine Lehrperson mal gegeben hat und der dich weitergebracht hat?
Von Herrn Müller: immer ein bisschen langsamer sein, aber dafür gründlicher. Nicht immer so schnell wie möglich zu antworten, sondern länger darüber nachzudenken und die Antwort dann so präzise wie möglich zu geben. Auch mussten wir jeden Tag einen SRF Artikel lesen, um immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Das mache ich heute weiterhin so.
Unser Ziel in der Sek 3+ ist es ja nicht nur, euch auf die Aufnahmeprüfung vorzubereiten, sondern auch wirklich auf die Probezeit. Hast du in manchen Fächern inhaltlich gemerkt, dass du in der Probezeit einigen voraus warst oder dich schon besser vorbereitet gefühlt hast?
Definitiv mit den Lernstrategien, also wie man im Unterricht aufpasst und wie man Notizen macht. Solche Sachen, die sich sehr auf die Aufmerksamkeit und wie man lernt, beziehen. Die Probezeit war sehr stressig und der Anfang verlief für viele nicht so gut, aber für mich lief der Start recht reibungslos. Das habe ich auch der Sek 3+ zu verdanken. Zum Beispiel in Mathe hatte ich einige sehr gute Noten.
Du hast bereits von den Lernstrategien als etwas, das du im Gymi richtig gut gebrauchen konntest, gesprochen. Hast du noch eine andere Sache, die du jetzt im Gymi gut anwenden kannst?
Ich finde es sehr wichtig, wie auch in der Sek 3+, dass man unbedingt Freunde in der Klasse hat, weil das einem sehr helfen kann. Sei es jetzt, um in Lerngruppen für Prüfungen zu lernen oder allgemein in der Hilfe mit Hausaufgaben. Es hilft sehr viel, wenn man mit Freunden lernen kann und gegenseitig ergänzt, was der andere noch nicht weiss.
Musstest du dich auf die kleine Gruppe der Sek 3+ umstellen oder wie war das für dich?
Ein bisschen schon. Ich musste offener sein, als ich vorher war. Als kleine Gruppe sind wir aber schnell zusammengewachsen. Auch musste ich im Unterricht wirklich aufpassen. Man merkt nämlich sofort, wenn jemand nicht aufpasst.
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